…leider hörten die Regenfälle nicht auf…ne warme dusche konnte einen auch nicht aufheitern, da kein warmes Wasser vorhanden war…So machten wir uns schnell zu unserem Autochen auf, frühstückten dort in aller Schnelle (panettone as usual) und los gings Richtung Gibraltar.Vorher hatten wir noch einen kurzen Abstecher in den viel gerühmten Sporthafen von Marbella geplant, indem einiges an übertrieben protzigen und luxuriösen superjachten der Superreichen versammelt sein soll. Wegen der sinnflutartigen Regenfälle verfuhren wir uns natürlich erstmal. also beschlossen wir den Hafen doch nicht zu besuchen und irgendwann landeten wir doch auf der richtigen Straße und fuhren nach La Linea de la Concepcion, die spanische Grenzstadt vor Gibraltar.Dort angekommen ließ der Regen nach, Wir schlenderten über die Grenze und danach über die Flugbahn, um dann die Stadt anzuschauen. Unser Hauptziel war natürlich „The Rock“, der großen Felsen von Gibraltar. Wir entschieden uns mit dem (sehr teuren) Cablecar (Seilbahn) hochzugondeln (leider konnte ich kaum runterschauen, da ich so Höhenangst habe) und kamen dort dann auch im dichten Nebel an…Leider war es deswegen nichts mit der Aussicht nach Afrika, man konnte kaum 5 Meter weit schauen… Wir erkundeten dann einfach dann Felsen zu Fuß. Schon in der Gondelstation sah man die ersten Äffchen. Diese werden von Taxifahrern (die Touris zu einem Festpreis hochkutschieren, wir dachten: Abzocke…im Endeffekt ist es aber die Beste und Billigste Methode viel zu sehen) angefüttert, so dass sie wohl ohne Probleme überleben können. Da wir von unserem Gondelfahrer - der übrigens über sich selbst gesagt hatte, er sähe aus wie ein Affe (da hatte er recht!) - vor den Affen gewarnt wurden, begegneten wir ihnen aber doch eher mit Respekt.
Leider hätte die Höhle, die auf dem weg nach unten lag, einiges gekostet und hatte auch nicht allzuviel zu bieten und so entschieden wir uns, von der Mittelstation wieder nach unten zu fahren. Wir machten noch ein paar Affenbilder und Julian wurde von einem kleinen Babyaffen angesprungen und er bekam mal so richtig schön die Ohren lang gezogen… Ob zurecht, darüber lässt sich bestimmt diskutieren…
Jedenfalls schüttetelte er das Tierchen lieber wieder ab und nachdem die Mutter ein fieses Geräusch von sich gab, suchten wir lieber mal das Weite. Die Sicht war mittlerweile etwas aufgeklärt, aber wir entschieden uns dafür erstmal zum Auto zurückzukehren. Wir hatten schließlich gar kein Pfund gewechselt und ohne Geld, konnte auch nicht einkehren. Leider fing der Regen in der Zwischenzeit wieder an sein Unwesen zu treiben und wir brauchten länger zum Auto als gedacht. Dort kamen wir dann aber nach diversen Unterstell-Stops an Bushalten, Tankstellen, etc. trotzdem klitschnass an. Wir wussten nicht so recht, wohin mit uns. Wir fuhren dann raus aus Línea und auf der Suche nach einer Tankstelle verirrten wir uns in einem unüberschaubaren Industriestädtchen…aber schließlich fanden wir sowohl das flüssige Gold, als auch die richtige Straße nach Tarifa.
Die Fahrt dort hin (vor allem die letzten Kilometer) waren sehr beeindruckend: durch grünbewachsene Hügellandschaften, die eher an Großbritannien erinnerten, baute sich das blaue Meer auf…Der Regen hörte (fast schon zu unserer Verwunderung) auf und wir erhielten gegen Abend Einzug in Tarifa. Unser Hostel bestand aus 2 Häusern und dank meiner Sehnsucht nach einer warmen Dusche buchten wir von einem Schlafsaal auf ein gemütliches Doppelzimmer um. Dort genossen wir die Heizung und das warme Wasser. Wir machten schließlich noch einen langen Spaziergang ans Meer und beobachten die letzten Sonnenstrahlen, wie sie im Meer versanken…so stelle ich mir Weihnachten vor!!Nach einer Spaghetti-mit-Tomatensoße-Session in der Hostelküche murmelten wir uns ins Bett ein und gammelten so vor uns hin. die restlichen Bilder gibts hier.
Tag 4
Begeistert, dass es nicht regnete, machten wir uns an Heiligabend auf…Wir wollten bevor wir weiterfuhren noch Tarifa anschauen. Wir gönnten uns ein Frühstück in einer kleinen Bar (so richtig mit allen drum und dran…ganz untypisch spanisch eben!) und schauten uns dann die kleine Stadt (17000 Einwohner) an. Zum Schluss gings zum Highlight Tarifas, den südlichsten Punkt Spaniens. Da dieser leider vom Militär besetzt ist, kann man nur ein bisschen im Sand rumstapfen…Trotzdem ist es beeindrucken wenn sich auf einer Seite das Mittelmeer und auf der anderen Seite der Atlantik aufbaut! Und endlich: Wir konnten bis nach Marokko schauen (sind ja auch nur 14 km)! Leider konnten wir keine Wind- oder Kite-Surfer beobachten, die so typisch für die Wellen von Tarifa sind…aber trotzdem gefiel uns das Städtchen und der Strand sehr gut!
Unsere nächste Übernachtungsstätte sollte in Conil-de-la-Frontera sein…Auf dem Weg dahin schlug unser Reiseführer einige kleine nette Städtchen vor…Zahara de los Atunes, Barbate, Los Caños de Meca…im letztgenannten Kaff (300 Einwohner) verweilten wir länger, um das Kap Trafalgar zu besuchen. Dort wurde die spanische Seeflotte 1805 von der britischen Kriegsflotte vernichtet. Heute erinnert daran eine Gedenktafel auf einem steilen Felsen mit Leuchturm. Die Brandung war dank der steilen Wände unbeschreiblich und faszinierend…Besonders machte es Spaß den vielen Bodysurfen zuzuschauen…und dann einen Schneeweihnachtsmann zu bauen….schließlich war Heiligabend!

Dann steuerten wir Conil de la Frontera an um unser Zimmer zu beziehen…Unser Hotel sah aus wie ein kleines amerikanisches Schlösschen und lud wirklich zum Verweilen ein. Wir fuhren aber erstmal weiter nach Cádiz um dort unseren Heiligabend zu verbringen. Die Einfahrt nach Cádiz ist wirklich nicht die schönste….viele Hochhäuser säumen den Weg. Da Cádiz auf einer schmalen Landzunge liegt, ist das auch kein Wunder. Cádiz ist sogar die dicht besiedelste Stadt Spanien und hat 132000 Einwohner. Wir machten einen kleinen Rundgang am Meer entlang und bewunderten vor allem die gelbe Kathedrale, die ein Mix aus verschiedenen Stilen ist und irgendwie kurios aussieht…Was gibt es sonst zu Cádiz zu sagen? Der Sonnenuntergang am Meer war beeindruckend, an einer Mauer zum Meer hin liefen hunderte Kätzchen rum, viele Menschen waren unterwegs und so richtig war an Weihnachtsstimmung nicht zu denken. Schon gar nicht, weil vor der Kathedrale ein riesen Vergnügungsgelände mit Hüpfburg und Co.und dröhnender Kindermusik aufgebaut war. Blöderweise bekam Julian dann Hunger und ich musste dringend für große Erasmus-Studentinnen, so dass wir etwas genervt herumliefen…Leider fanden wir in den kleinen Innenstadt-Gäßchen kein einziges offenes Restaurant und beschlossen so, wieder nach Conil zu fahren. Cádiz finde ich persönlich für einen Tagesausflug ganz nett, aber viel mehr als die Lage und die Kathedrale reisst mich nicht vom Hocker.
In Conil waren leider auch die Restaurants geschlossen (Montags haben viele Sachen hier zu, und dann war ja auch noch Heiligabend), so dass wir unsere Reste (Panettone, Schokocroissant und Chips) nahmen um am Strand zu speisen. Auch nicht schlecht…….zumindest mal was anderes!
Ein bisschen Weihnachtsstimmung kam dann doch noch bei den Telefonaten mit unseren Familien und bei unserer kleinen Bescherung auf. Mit vielen neuen Eindrücken konnten wir in unserem Luxuszimmer dann schlafen gehen…
Die Bilder vom 4. Tag gibts hier













