Also... seit dem letzten Reise-Eintrag ist einiges passiert. Wir hatten ja zuletzt die La Paz und Salzsee-Geschichte erzaehlt. Von dort gings an den Titicaca-See, war nur eine Busfahrt von 2-3h. Dort sind wir zu dem Oertchen Copacabana. Wer den beruehmten Strand in Rio de Janeiro kennt, weiss jetzt wo der Name herkommt. Der bolivianische Ort ist ein Pilgerort, der auch dem brasilianischen Strand im Angedenken an den beruehmten Pilgerort in Bolivien vergeben wurde.

Der Ort selbst ist sehr klein, hat eine malerische Bucht und eine schoene Kirche. Bei der Ankunft hats geschneit (gruml). Spaeter wurds besser und wir sind auf den Kalvarienberg, der Hauptpilgerort. Dazu muss man 300hm ueber sehr steile Treppen bezwingen. Auf um die 4000m Hoehe sehr anstrengend und kraftraubend. Dafuer gabs super Ausblicke (s.o. und unten).

Hier sieht man den See und rechts hinten die Isla del Sol. Diese Insel haben wir dann am naechsten Tag besucht und sind dort ein bisschen gewandert. Die Insel ist auch wieder eine Art Nationalheiligtum, da dort die Wiege der Inka-Kultur oder so aehnlich sein soll. Aus Zeit- und Platzgruenden leider keine Bilder hochgeladen... Die Rueckfahrt von 2h im Boot war dann sehr spannend. Es kam starker Wind auf und so entstand ein teilweise heftiger Seegang. Beim Anlegevorgang wurden dann auch knallhart die Luecken im Wissen des Kapitaens (geschaetzte 16 Jahre) offenbart. Erst nach dem gefuehlt zehnten Versuch konnten wir endlich von Bord. Einige Leute konnten ihren Mageninhalt gerade noch zurueckhalten... ;-) Doro hat aber alles bei sich behalten und das sogar ohne Tablette!
Danach gings nach Puno ergo dem peruanischen Seeteil. Dort war aber fast noch schlechteres Wetter und wir sind sofort weitergefahren. Daher keine Bilder.
Cusco und das heilige Tal
Hier gabs dann wieder besseres Wetter und sehr viele Sehenswuerdigkeiten. Dummerweise waren die Aufreisser auf der Strasse etwas nervig. Staendig werden einem hier Massagen, Pullis, usw. aufgeschwatzt. Aber man gewoehnt sich dran, Kopf runter und durch...

Wir langweilen mal nicht mit dem x-ten Kirchen-/Platzbild, sondern steigen im Urubamba-Tal/Heiliges Tal der Inka ein. Das liegt zwischen Machu Picchu (kurz MP) und Cusco. Dort gibts fast immer gutes Wetter, schoene Ausblicke und sehr viele Inka-Ueberbleibsel. Das ganze war frueher die Kornkammer Cuscos, das selbst das Zentrum der Inkawelt war. Wir haben die wichtigsten Orte uns angesehen und so langsam MP immer naeher gekommen. Oben sieht man unseren Guide in Pisaq, der uns die dortigen Ruinen naeherbrachte.

Das ist auch in Pisaq, im Hintergrund die Terrassenhaenge, wo frueher alles moegliche angebaut wurde. Der extrem steile Anstieg wurde mit dem Taxi erledigt, sehr gute Idee! Auf dem Bild sind noch 2 Deutsche Traveller im Bild, die mit uns die Fuerhung gemacht haben. Runter sind wir dann gelaufen, die Treppenstufen waren teilweise sehr hoch und schmal, das ganze bei schwindelerregenden Ausblicken. Spektakulaer!
Danach gings in den naechsten Ort, Ollanta.

Wir waren die steilen Treppen und Terrassen zwar schon gewoehnt, anstrengend auf ueber 3000m wars trotzdem... Manchmal musste man dann doch die Haende zur Hilfe nehmen, um die mueden Knochen den Berg raufzuwuchten... ;-)


Dorfplatz von Ollanta mit der Trachten-Gang. Die waren lustigerweise selbst Touris, zumindest haben sie Fotos vom Dorfplatz geschossen...

Faszinierend in Ollanta waren diese riesigen Steinbloecke. Hoehe locker ueber 2,50 und garantiert nicht aus mehreren Teilen gefertigt. Diese wurden - wie auch immer - die Terrassen hochgewuchtet, um als Tempel oder dergleichen zu dienen. Wenn man bedenkt, dass wir kaum unsere Koerper da hoch bekommen haben, wird diese Bauleistung noch beeindruckender. Die Bloecke wurden dabei absolut plan gehauen. Die Inkas verbauten die Steine ohne Moertel. Verblueffenderweise haben sich diese Bauwerke als stabiler als Moertelbauten erwiesen. Durch Erdbeben sind teilweise ganze Orte eingestuerzt, lediglich die Inkamauern sind stehengeblieben. In Cusco und im Heiligen Tal gibt es immer noch Haeuser, deren Mauern auf Inka-Fundamenten und -Mauerwerk errichtet sind!

Dann gings natuerlich nach Machu Picchu. Das ganze ist wirklich so spektakulaer wie man denkt. Zumindest was die Optik anbetrifft. Uns persoenlich haben die Touri-"Massen" nicht abgeschreckt oder gross gestoert. Die Mauern, usw. sollen jedoch durch die erzeugten Schwingungen Schaden nehmen und so wird es wohl bald viel schwieriger, dort hinzugelangen. Die Anzahl an Touris soll teilweise auf ein Viertel der heutigen Zahlen oder noch staerker beschraenkt werden...

Nachdem wir schon viele "Postkarten"-Bilder geschossen hatten, kam uns dieser "Herr" vor die Linse. Er gehoert zu irgendeiner freikirchlichen Gemeinde in Lima und hat seinen Bruder besucht... Zusammen mit dem Lama wirkt das schon ziemlich "inka" :-D Wir konnten uns vor lachen kaum halten, als er uns in seinem behaebig-anmutigen Gang und Gehabe von der Guete von Mutter Natur (Pachamama), usw. erzaehlt hat... Koennte auch einer Fernseh-Produktion entstammen...

Das gibts so 1-1 als Postkarte zu kaufen, haben wir aber selbst gemacht!

Im Hintergrund der in einem vorherigen Eintrag beschriebene Aussichtsberg Wayna Picchu. Im Endeffekt hat das normale Anschauen schon viel Zeit und Schweiss gekostet. Daher war ich nicht boese drum, nicht draufgewesen zu sein. Beides in einem Tag ist sehr, sehr hart...

Total kaputt nach 4h Truemmer-/Steinhaufen-Gelatsche in Machu Picchu! Feine Sache, aber schon anstrengend.

Das Bild hier ist bei den Ruinen von Sac´sayhuamam oder einfach Sexy Woman (kommt der tatsaechlichen Aussprache ziemlich nahe) entstanden. Hauptdevisenquelle der Peruaner ist das schon vorher beschriebene Lama. Neben der Wolle kann durch Fotogebuehren einiges an Kohle erbeutet werden. Doro hat sich dann mal wieder breitschlagen lassen und hat 1, 2 Soles gelunzt. Aber hat sich gelohnt oder?
Soo... mit Cusco und Co sind wir jetzt durch. Eigentlich wollten wir heute aufbrechen, jedoch wurde Doro von einer Magenattacke ausgeknockt. Wahrscheinlich ist es eine Lebensmittelvergiftung oder sowas in der Art. Nach dem x-ten Klobesuch bin ich dann los und hab nach ausfuehrlicher Beratung Antibiotika und Krampfloeser geshopt. Mittlerweile ist die Lage wieder stabil und wahrscheinlich koennen wir morgen mit dem Bus weiterfahren.
Wir fahren dann zurueck nach Lima, die Fahrt dauert 21h. Mit Bord-Unterhaltung, Liegesitzten, Essensservice, usw. sollte das aber zu schaffen sein. Wir wollen dann noch Richtung Norden und dort ein paar Straende anschauen und uns schon mal fuer Panama warm machen (anbraeunen). Dort gehts dann ab dem 22. hin und am 29. fliegen wir wieder zurueck...
Schoene Gruesse aus Cusco und bis bald,
Julian