... weiter gings dann am nächsten morgen nach einem kurzen strandbesuch in conil richtung norden. nachdem doro noch ein paar muscheln gesammelt hatte fuhren wir weiter. es ging vorbei an cadíz richtung sherry-dreieck, welches aus den städten el puerto de santa maria, sanlucar de barrameda und jerez de la frontera besteht. das besondere an diesen städten ist, dass im gedachten dreieck zwischen ihnen die bekannten sherry-weine angebaut werden und das ausschließlich und als markenzeichen. echten sherry gibts also nur hier. das besondere des sherry liegt hauptsächlich in seiner herstellung, dem solera-verfahren. dabei werden junge mit alten weinen verschnitten und der geschmack einer bestimmten sorte bleibt mehr oder weniger gleich. aufgrund dieser "panscherei" gibt es auch keine jahrgänge. naja, wem's gefällt...
el puerto de santa maria
eigentlich eine recht kleine beschauliche stadt, direkt gegenüber und nur durch die bucht von cadíz von ebendiesem getrennt gelegen, haben wir uns hier uns ein wenig die beine vertreten und sind durch hübsche altstadt-gässchen geschlendert. endlich gabs auch mal ein restaurant das offen hatte und natürlich nutzten wir dies aus, um uns ein wenig den bauch zu füllen. es gab fisch-tapas in einem restaurant, das scheinbar den halben ort einnahm ("romerijo"). links gab es eine zweigstelle, die gebratenen fisch anbot, gegenüber gab es das gleiche nur eben gekocht und über die straße dann beide varianten als take-away bzw. schnell-imbiss. der besitzer dürfte wohl ausgesorgt haben (so lange die fischer noch fisch fangen), bezahlt wird übrigens pro viertelkilo;-) lecker.sanlùcar de barrameda
der nächste ort, versprach eigentlich das gleiche wie santa maria, aber auf grund extrem schlechter beschilderung gaben wir irgendwann auf und blieben einfach im auto sitzen. die angeblichen touristischen highlights waren zwar vielfach ausgeschildert, gesehen haben wir aber keine... zufällig kam der örtliche plaza de toros des weges. nach ein paar fotos gings dann aber schnell weiter und durch das hinterland verließen wir seit längerer zeit endgültig das meer in richtung jerez.
jerez d.l.f.
nach einigen extrarunden hatten wir endlich unser hotel gefunden und nachdem wir uns ein bisschen ausgeruht hatten, erkundeten wir die stadt. jerez ist die größte (und wohl auch bekannteste) stadt in der sherry-region und hat auch einiges zu bieten. die obligatorische - aber schöne - kathedrale, dazu noch aus maurischer zeit stammende gebäude wie die alcazaba und selbstverständlich jede menge bodegas (in etwa sowas wie ein weinkeller). sehr bekannt soll auch die traditionelle pferdezucht sein (haben wir aber nicht gesehen). außerdem verstehen sich die leute hier auch auf unkitschigen (im krassen gegensatz zu granada u. anderen städten) weihnachtsschmuck. wirkliche eine nette stadt, in der man gut rumschlendern kann. sogar geöffnete restaurants gabs hier und nach einer ausführlichen erkundungstour stellten wir fest, dass wirklich nur dieses lokal offen hatte;-). trotzdem liessen wir es uns schmecken und fielen dann auch pappsatt in unsere betten.
tag 6
am letzten tag stand eigentlich nur noch als fester programmpunkt die besichtigung einer sherry-bodega auf dem programm. eigentlich pflichtprogramm für jeden besucher der stadt. vorher haben wir uns aber ordentlich erschreckt, als wir morgens nach dem auschecken an unserer windschutzscheibe einen strafzettel über 70 euro fanden.
ziemlich schlechter scherz, schließlich hatten wir extra den poitier gefragt, ob parken hier kostenlos ist. zum glück fanden wir raus, dass man dann eigentlich nur 6 euro zahlen musste und wir hatten uns wieder beruhigt. alles etwas verwirrend. danach gings dann auf zur besichtigung. man kann sich wirklich nicht entscheiden, vor lauter angeboten. wir entschieden uns einfach für eine mit deutscher führung zur passenden zeit (dummerweise auch die teuerste). nach einer recht interessanten führung gabs dann einen trockenen und einen süssen sherry zur verkostung (für kenner: wir waren bei gonzalez byass, bekanntester sherry ist "tio pepe" - den haben wir auch getrunken). angeblich ist es die größte, aber das sagen wahrscheinlich auch noch 3 andere bodegas in jerez. naja, ich war auf jeden fall fahruntüchtig - ich musste ja auch für 2 trinken - und doro steuerte uns dann nach einigen eskapaden aus dem undurchsichtigen straßennetz von jerez richtung arcos de la frontera (die erste stadt richtung granada).
rein theoretisch hätten wir jetzt einfach durch nach granada fahren können. wir wollten aber dann doch lieber die zeit sinnvoll nutzen und die zahlreichen spektakulär gelegenen weissen dörfer im hinterland von jerez und im grazalema-naturpark anschauen. arcos d.l.f. - erste station - lag schon mal recht spektakulär und wir hielten kurz für ein paar fotos an, weiter gings. auf schönen straßen gings dann in den naturpark, der als wanderermekka bekannt sein soll. doro hatte richtig spaß am steuer - jede menge enge serpentinen. so langsam wuchs sich das ganze auch als passstraße aus, ich hatte mit fotografieren ordentlich zu tun. nach dem pass gings kurz bergab zu dem ort grazalema, wo wir feststellten das wir den benzinverbrauch etwas falsch eingeschätzt hatten. der zeiger war stark im roten bereich, teilweise blinkte auch schon das tanksymbol (aber nur bergauf ;-) ).im park gabs auf jeden fall kein benzin, also erstmal auf der vorgesehenen route weiter - die übrigens eigentlich als absolutes highlight beschrieben war, leider konnten wir sie jetzt nicht mehr genießen.
nach endlosen kilometern waren wir endlich im nächsten ort... tankstelle? fehlanzeige. im nächsten ort: nach endlosem nachfragen, einmal verfahren und mindestens zweimal verkehrsregeln brechen: auftanken, herrlich;-) doro war am schluss wirklich kurz vorm hyperventilieren und unser auto wohl auch kurz vor dem stillstand^^ die strecke war aber wirklich schön - jede menge berge, ein schicker stausee und herrlich gelegene ort - nur eben seeehr einsam gelegen alles, aber für den nächsten wanderurlaub wahrscheinlich super.wir liessen uns auf jeden fall jetzt von nichts mehr aufhalten und fuhren schnurstracks nach granada durch. die strecke zog sich ziemlich lang hin und autofahren im dunkeln auf unbekannten landstraßen mit unmengen von drängelnden spaniern im nacken ist auch nicht nur schön. jedenfalls kamen wir dann glaub ich so gegen 8 oder 9 uhr abends bei der autovermietung an und nahmen nach kurzer wartezeit den letzten bus nach granada city.
Alles in allem ein super trip. klar, das wetter war teilweise sehr bescheiden und eine unterkunft war auch nich super. aber alles in allem eine richtig gute sache... preislich wars eigentlich auch echt günstig, für jeden unter 300 euro inklusive alles, echt erschwinglich. nachmachen dringend empfohlen!

alle fotos gibts dann wieder hier.
Gruß, julian

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