Hallo,
gestern hab ich mich mit der Organisation der Uni Granada für ausländische Studenten auf eine Exkursion in die Berge begeben. Das ganze war ne Tagestour, um 8 gings los und um 9 war man wieder daheim. Doro war nicht mit, die hatte nicht so richtig Lust auf Berge und ich konnte nochmal ein paar Leute kennenlernen.
Ziel des ganzen Ausflugs war eine Region namens Las Alpujarras. Die Alpujarras sind Hochtäler, auf der Südseite der Sierra Nevada, Richtung Mittelmeer gelegen. Granada liegt nordwestlich davon (Karte von den Alpujarras). Man fährt quasi erst einmal halb um die Berge drumrum und fährt dann in die Alpujarras - auf lustigen Straßen. Feinste Zwerg-Serpentinen noch und noch. Also eher nix für schwache Nerven. Allerdings fahren die spanischen Buslenker doch sehr lahm, wenn man das mal mit Busfahrer in den Alpen oder so vergleicht.
Naja, wir haben in Pampaneira und Capileira Station gemacht. Diese kleinen, komplett weiß getünchten Dörfchen werden regelmäßig von Touristen heimgesucht. Die Leuten verticken hauptsächlich Textilien (hässliche Teppiche und recht schicke Decken), landwirtschaftl. Erzeugnisse (Honig, Marmelade, etc.) und auch besonders Schinken. Einer der Orgas meinte, dass jeder Schinken in Granada aus den Alpujarras stammt. Aufgrund des großen Schinkenkonsums und der doch sehr umständlichen Anfahrt konnte ich das nicht so ganz glauben.Nach den Ortsbesichtigungen sind wir dann eigentlich den kompletten Nachmittag gewandert. Das Gebiet ist für seine Wanderwege berühmt und dementsprechen schön war es auch. Die Strecke war auch sehr angenehm. Nach einem kurzen Aufstieg und einer langen Pause am Mount Erasmus (natürlich nicht der wirkliche Name) ging es eigentlich nur, teilweise auch recht steil, bergab. Der Mount Erasmus ist eigentlich nur eine Ansammlung von Felsblöcken am Rande unseres Wanderweges.
Natürlich wollte es sich niemand nehmen lassen, dessen steile Flanken zu besteigen. Während man die paar Höhenmeter hochgestiefelt ist und die ganzen Kasper beobachtet hat, fühlte man sich irgendwie an die Geschichten vom Mount Everest erinnert. Unglaublich viele Menschen, die bis auf wenige Ausnahmen alle recht untrainiert sind und hauptsächlich aus Flachland-Tirolern bestehen, in unserem Falle sogar beschuht mit Ballerinas, definitiv nicht geeignet für steile Rampen wie den Mount Erasmus ( ;-) )versuchen einen relativ einfach zu besteigenden Berg zu erklimmen (ok, beim everest ist die höhe wohl doch etwas beschwerlicher und die geschichte vom mount erasmus war auch mehr zum lachen). In unserem Falle gab es sogar ebenfalls einen Hillary-Step, an dem sich alles staute. Bei uns war das ein Felsklotz von ca. 40 cm Höhe, der erhebliche Schwierigkeiten für manche beinhaltete. Man hatte schon probleme sich zurück zu halten und nicht laut los zu lachen. teilweise waren die leute wohl vorher noch nicht in den bergen... naja, es ging ja auch nicht um bergsteigen, sondern um wandern (geht in ballerinas auch nich so gut, hab ich mir sagen lassen). nach dem guten mount erasmus gings dann nur noch talwärts, das aber auf ausnehmend schönen wegen. wenn man irgendwo richtig gut mountainbiken kann, dann definitiv hier... der rückweg war eigentlich ein einziger Singletrail, herrlich.das Wetter war allerdings etwas schwierig einzuschätzen. Morgens bei der Abreise war es bitterkalt, fast an die 0 Grad. Beim Aufstieg ging man dann im T-Shirt (und schwitzte trotzdem) und nassgeschwitzt gings dann erstmal auf den Mount Erasmus. Die letzte halbe Stunde ging dann wieder bergauf und beim Bus angekommen war die Sonne schon weg, d.h. wer noch extra klamotten dabei hatte ,konnte sich glücklich schätzen sich keine erkältung eingefangen zu haben.
die rückfahrt verlief dann recht ruhig, allerdings war die ca. 1 1/2 stündige Fahrt bergab durch steile Serpentinen wohl etwas zu viel für manche leute (2 kotzstopps waren notwendig), wobei die busfahrer wirklich seeeehr human gefahren sind.
alles in allem eine lustige geschichte, sehr schön war vor allem nochmal richtigen wald gesehen zu haben (damit wird in andalusien eher gegeizt). Bei der Gelegenheit hab ich auch nochmal ein paar lustige Leute kennengelernt, vor allem einige mit denen wir vielleicht mal in die Berge zum Skifahren gehen oder auch abends mal ein bierchen trinken werden.
Die vielen schönen Bilder gibts hier.
Ansonsten bis die Tage und lasst den Kopf in Deutschland nicht hängen: mittlerweile ist es nachts fast genauso kalt wie bei euch. nur tagsüber ist es "etwas" wärmer und vor allem scheint die sonne.
grüße, julian
hier noch ein bild vom morgendlichen aufbruch. noch halb dunkel und auch sehr kalt (siehe Thermometer)

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